Unterdeckung und Unterspannung
Die zweite wasserführende Ebene liegt unter der Deckung und muss Anschlüsse sowie Durchdringungen einbeziehen; von außen ist ihr Zustand nur begrenzt erkennbar.
Die zweite Ebene ist meist nur ausschnittsweise sichtbar
Unter der Deckung kann eine Bahn oder eine andere Konstruktion Wasser ableiten, das die äußere Schicht passiert. Ob und wie diese Ebene funktioniert, lässt sich von außen selten vollständig erkennen. Hinweise liefern zugängliche Abseiten, Traufdetails, alte Baustellenfotos und eindeutig bezeichnete Produktunterlagen.
- Bahnentyp
- Überdeckung
- Konterlatte
- Durchdringung
- Traufanschluss
- Naht
- Reparaturstelle
- Innenansicht
Bahnname und Ausführung nicht verwechseln
Ein lesbarer Produktaufdruck beschreibt Materialeigenschaften, aber noch nicht Überlappung, Verklebung oder Anschluss. Durchdringungen und Übergänge entscheiden mit. Die Akte trennt daher Produktbeleg, sichtbare Ausführung und Bereiche, die bis zu einer fachgerechten Öffnung unbekannt bleiben.
Typischer Fehlweg bei einer Lecksuche
Wird eine feuchte Stelle innen vorschnell einer gerissenen Bahn zugeordnet, können Deckung, Anschluss oder Kondensat als andere Ursachen übersehen werden. Der Prüfauftrag beginnt bei Wetterverlauf und Wasserweg. Erst danach legt der Fachbetrieb fest, wo eine Öffnung sinnvoll und sicher ist.
Dokumentation für spätere Arbeiten
Nach einer Reparatur gehören Übersicht, Naht, Durchdringung und Übergang zur Traufe in die Fotodokumentation. Jedes Bild braucht Ort und Datum. Damit muss eine spätere PV-, Fenster- oder Dämmplanung nicht raten, welche zweite wasserführende Ebene tatsächlich vorhanden ist.
Quellen und genauer Geltungsbereich
- Gebäudeforum: Dachsanierung, Feuchteschutz und Luftdichtheit Quellenumfang: Fachinformation zu Dachsanierung, Feuchteschutz und Luftdichtheit;
- DIBt: Technische Baubestimmungen Quellenumfang: Offizieller Überblick zu Technischen Baubestimmungen; keine Einzelfallfreigabe für das beschriebene Dach;
Weiter im Themenbereich Aufbau
- Dachaufbau von innen nach außen – Raumseite, Luftdichtheit, Dämmzone, Unterdeckung, Lattung und Deckung erfüllen verschiedene Aufgaben; ihre Reihenfolge allein sagt noch nichts über die Eignung im Bestand.
- Tragwerk und Dachhaut unterscheiden – Sparren oder Binder tragen Lasten, während Unterdeckung, Lattung und Deckung Wetter abhalten; Schäden dürfen deshalb nicht nur nach der sichtbaren Oberfläche bewertet werden.
- Dachneigung richtig einordnen – Die Neigung beeinflusst Wasserlauf und zulässige Deckungsdetails, wird aber zusammen mit Material, Unterkonstruktion und Herstellerregeln beurteilt.